WÄRMESTUBE

SAARBRÜCKEN

Home Sweet Home - Spendenbrief der Wärmestube Saarbrücken

In diesem Herbst und Winter greifen wir mit dem Motiv „HOME SWEET HOME“ ein Motiv aus dem Jahr 2006 erneut auf, da es auch im Jahr 2021, 26 Jahre nach Gründung der Wärmestube nichts an seiner Aktualität eingebüßt hat.
Das Bild lebt von seiner schreienden und plakativen Gegensätzlichkeit. Auf der einen Seite das harte unerbittliche Pflaster am Rande eines Flusses, ein halbgeöffneter, verschmutzter, dünner und gerade verlassener Schlafsack und zwei Plastiktaschen, wohl mit einigen, wenigen Habseligkeiten eines Unsichtbaren.
Vor dieser Szenerie dann der krasse Gegensatz. Eine fein und akkurat platzierte, eine blitzsaubere Fußmatte begrüßt den Passanten nicht nur mit der absurden Aufforderung, sich beim Betreten die Straßenschuhe abzustreifen, sondern beschreibt diesen Ort - nicht ganz ohne Hohn - als „HOME SWEET HOME“, als „ZUHAUSE SÜSSES ZUHAUSE“.
Ja eigentlich ist es gerade die Fußmatte und ihre Botschaft, die einen beim Betrachten nicht mehr loslässt und die Frage stellt: Kann dies denn wirklich die süße Heimat, das behagliche Zuhause, der Ort von Geborgenheit und Sicherheit eines Menschen sein?
Nur allzu schnell ist man bei dieser Frage vielleicht geneigt mit „Nein – natürlich nicht“ zu antworten. Aber ist bei dieser Antwort nicht vielleicht eher der Wunsch, Triebfeder der vorschnellen Antwort. Tatsache ist nämlich leider nach wie vor, dass in Deutschland für mehr als eine halbe Million Menschen die Straße der Lebensmittelpunkt ist und auch im Saarland und in Saarbrücken Obdachlosigkeit, trotz aller Hilfsangebote, ein nicht übersehbares Phänomen in der Stadtöffentlichkeit darstellt.
Für uns in der Wärmestube bedeutet dies konkret, dass mehr als 250 Personen regelmäßig unsere Angebote in Anspruch nehmen und wir derzeit davon ausgehen, dass insgesamt mehr als 150 Personen in Saarbrücken immer wieder auf der Straße leben. Dabei gilt für unsere Hilfeleistungen seit Beginn unserer Tätigkeit: „Es gibt zwei Formen von Kälte, die ein Mensch erfahren kann. Gegen die wetterbedingte etwas zu tun, ist ein erster Schritt“
Dieser erste Schritt bedeutet für uns, dass wir unseren Gästen in der Wärmestube Schutz und Wärme, Mahlzeiten und Getränke, Dusch- und Waschmöglichkeiten und ggf. Ersatzkleidung anbieten. Genauso wichtig für uns ist es dabei, nicht nur diese basalen Hilfen zu bieten, sondern unseren Gästen mit freundlicher Aufmerksamkeit zu begegnen, ihnen geeignete Hilfen zu vermitteln und ihnen Beschäftigungs- und Arbeitsgelegenheiten sowie – wenn möglich - feste und existenzsichernde Beschäftigungsverhältnisse in der Wärmestube anzubieten.
Mit diesem Hilfespektrum leisten wir in der Zwischenzeit deutlich mehr als den ersten Schritt gegen die wetterbedingte Kälte und wir sehen unseren besonderen Erfolg darin, wenn es uns gelingt, mit unseren Gästen wieder neue, tragfähige Gestaltungsmöglichkeiten des eigenen Lebens zu entdecken und diese mit ihnen gemeinsam zu ermöglichen.
Eine solche „Erfolgsgeschichte“ verbinden wir z.B. mit unserer langjährigen Mitarbeiterin Beate Philippi, die leider in diesem Jahr viel zu früh verstorben ist und an die ich an dieser Stelle noch einmal besonders erinnern möchte (s. auch die Todesanzeige in der Anlage). Beate hat das Bild der Wärmestube für viele Gäste, Mitarbeitende aber auch für viele Unterstützer und Unterstützerinnen auf ihre offene, ehrliche und mutige Weise mitgeprägt. Sie war und bleibt ein Gesicht der Wärmestube und hat immer wieder durchblicken lassen, dass für sie die Wärmestube zu so etwas wie ein „HOME SWEET HOME“ geworden ist. All diese Hilfen der Wärmestube und auch die verschiedenen kleinen und großen Erfolgsgeschichten waren in den letzten 25 Jahren nur möglich durch ein funktionierendes Netzwerk öffentlicher, kirchlicher, sozialer und privater Unterstützer*innen und Spender*innen.
Daher gilt unser besonderer Dank an dieser Stelle den vielen Spender*innen und Unterstützer*innen, die nicht nur einen erheblichen Teil der für den Betrieb der Wärmestube notwendigen Mittel spenden, sondern darüber hinaus zeigen, dass die Wärmestube für viele Saarländerinnen und Saarländer ein Herzensanliegen ist.
Und so sind wir auch zuversichtlich, dass wir auch in diesem Jahr die zusätzlichen auch finanziellen Belastungen, die die Corona Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen nach wie vor mit sich bringen, gemeinsam schultern werden. Für Ihre weitere Unterstützung schon jetzt ein „Herzliches Dankeschön“

Beste Grüße

 

Weihnachtsfeier in der Wärmestube Saarbrücken

Auch in diesem Jahr fand die traditionelle Weihnachtsfeier statt. Diesmal unter tatkräftiger Hilfe der Mitarbeiter vom Leonardo-Hotel in Völklingen. Sie halfen nicht nur mit Tat sondern auch mit einer Spende von 325,00 Euro. Vielen Dank dafür.

Auf Augenhöhe

Noch bis zum 18. November können Sie die Ausstellung "Bilder der Armut" des Friedrichsthaler Fotografen Pasquale D‘ Angiolillo besuchen. Die eindrucksvollen Fotos sind im Haus der Beratung der Arbeitskammer, Triererstraße 22 zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, Freitag von 8 bis 15 Uhr. Ein Besuch lohnt sich sehr.

Am 21. September tagte die jährliche Mitgliederversammlung der Saarländischen Armutskonferenz / SAK in der Wärmestube.
Der Initiativkreis Wärmestube Saarbrücken e. V. ist Mitglied der Saarländischen Armutskonferenz und unterstützt die SAK in ihren Aktivitäten zur Armutsbekämpfung im Saarland

Guddzje Redaktion bei der Arbeit

Auch in diesem Winter erscheint eine neue Ausgabe der Saarbrücker Straßenzeitung Guddzje.
Auch Gäste der Wärmestube Saarbrücken sind mit von der Partie

Am Samstag, 22. Oktober haben die Gäste der Wärmestube ihre Vertretung neu gewählt.

Nach längerer Vorbereitungsphase hatten sich Gäste, Team und Vorstand des Trägervereins auf eine neue Struktur und neue Formen der Zusammenarbeit verständigt, die nun zwei Jahre erprobt werden soll. PDF „Gästevertretung“.

Jubiläumsjahr geht zu Ende

Unser Jubiläumsjahr geht mit einer Konzert-Lesung zu Ende.

Laden Sie hier den Bericht zu 20 Jahre Wärmestube Saarbrücken als pdf
herunter.

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