WÄRMESTUBE

SAARBRÜCKEN

Die Hilfen der Wärmestube Saarbrücken im „Coronawinter 2020“

- Die Kontakte zur Wärmestube Saarbrücken sind unverzichtbar – 

In diesem Winter wird die Wärmestube in Saarbrücken 25 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern, was natürlich wegen der Corona Pandemie ausbleiben muss.

Stattdessen zeigt sich gerade in diesen Tagen einmal mehr, wie wichtig es ist unser Angebot für Wohnungslose in Saarbrücken aufrechtzuerhalten. Dies bedeutet ganz konkret, dass wir trotz umfangreicher Hygienemaßnahmen weitgehend zum „Normalbetrieb“ zurückgekehrt sind und unser Hilfsangebot für Wohnungslose in Saarbrücken täglich zur Verfügung stellen.

Lesen Sie im Folgenden mehr über unsere wichtige Arbeit und wie auch Sie ein Teil davon werden können, dass Wohnungslose in Saarbrücken auch weiterhin einen sicheren Anlaufpunkt haben und wir unsere Arbeit trotz zusätzlicher Belastungen meistern können. 

Für Ihre weitere Unterstützung schon jetzt ein „herzliches Dankeschön“

Stephan Manstein

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Kreativ und engagiert an der Seite von Obdachlosen

Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie – was macht das eigentlich mit einer Einrichtung wie der Wärmestube? Der Vorsitzende des Initiativkreises Wärmestube, Stephan Manstein, blickt zurück: „Als Mitte März die ersten Corona Meldungen uns alle erreichten und in Verunsicherung stürzten, haben wir gemeinsam mit dem Team der Wärmestube umgehend ein Hygienekonzept erarbeitet und umgesetzt, das sowohl unsere Gäste als auch unsere Mitarbeitenden möglichst wirksam schützen soll.“ Den Verantwortlichen war klar, dass gerade die Gäste der Wärmestube zur Hochrisikogruppe gehören, da viele von ihnen durch verschiedenste Vorerkrankungen gesundheitlich belastet sind und bei einer Infektion sicherlich auch besonders gefährdet wären. „Auf der anderen Seite wurde ebenso deutlich, dass gerade in der Zeit der Pandemie unsere Hilfsangebote für die Menschen auf der Straße noch wichtiger waren, als in normalen Zeiten“, ergänzt Manstein.

Zunächst hat das Team täglich für bis zu 200 Personen Frühstücks- und Lunchpakete  zubereitet und an vier verschiedenen  Zeitpunkten am Tag in der Wärmestube ausgegeben. Die Gäste, die in einem kritischen Zustand waren, konnten sich während der Ausgabezeiten in der Wärmestube ausruhen und wurden dort versorgt.  „Da in dieser Zeit ausgerechnet auch noch die Saarbrücken Tafel – ein ganz wichtiges Hilfsangebot für arme Menschen und Familien in Saarbrücken - ihren Betrieb vorübergehend aussetzte, beteiligten wir uns schließlich auch gemeinsam mit anderen Gruppen an der Aktion „INSIEME“, einer Hilfsaktion in Saarbrücken-Malstatt, bei der zwei Mal pro Woche bis zu 400 Pakete mit Lebensmitteln und Sanitärartikeln ausgegeben wurden“, sagt Manstein.

Nachdem die Beschränkungen dann gelockert wurden, öffnete die Wärmestube nun jeweils zur Frühstückszeit und zur Zeit des Mittagessens ihre Türen insgesamt vier Mal täglich für jeweils eine Stunde. Durch dieses Modell können - nach Rücksprache mit den Behörden - möglichst viele Gäste betreut, möglichst viele Öffnungszeiten ermöglicht und zwischendurch die notwendigen Hygiene- und Vorbereitungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Neben diesen Angeboten vor Ort hat sich insbesondere  der neue Geschäftsführer der Wärmestube Hermann Schell für eine effiziente Abstimmung aller Hilfsangebote für Obdachlose in Saarbrücken eingesetzt und diese auf den Weg gebracht. So treffen sich jeden Montag – initiiert und koordiniert durch Hermann Schell – seit Beginn der Corona-Krise alle Anbieter von  Angeboten für Obdachlose in Saarbrücken in einer Telefonkonferenz und stimmen ihre Aktivitäten nun miteinander ab. „Diese Initiative und Koordination der Hilfeleistungen hat sicher einen ganz wichtigen Beitrag geleistet, dass insbesondere in der Zeit des „Lockdown“ überlebensnotwendige Angebote für Obdachlose unter stark eingeschränkten Möglichkeiten dennoch weitgehend lückenlos weiter erbracht werden konnten“, so beschreibt Hermann Schell von der Wärmestube die Bedeutung der gemeinsamen Abstimmung.

Und noch ein weiteres großes Projekt, nämlich die Durchführung  dringend notwendiger, baulicher Sanierungsmaßnahmen in der Wärmestube, konnten die Verantwortlichen trotz der widrigen Umstände umsetzen.  „Wir haben die sanitären Anlagen für die Frauen in der Wärmestube komplett erneuert, eine Maßnahme, die auch dem deutlich gestiegenen Anteil an weiblichen Besucherinnen unserer Wärmestube gerecht wird“, sagt Manstein. „Da auch der Bedarf an individueller Beratung zugenommen hat, haben wir zudem einen eigenen zusätzlichen Beratungsraum durch Abtrennung vom bisherigen Büroraum erschlossen.“ Diese Maßnahmen wurden vor Ort ebenfalls von Hermann Schell koordiniert, der hinzufügt: „ Beide Maßnahmen waren nicht nur dringend notwendig, sondern sie sind auch ein Beitrag, unseren Gästen auch in Zukunft in freundlicher Atmosphäre, freundliche Aufmerksamkeit und notwendige Hilfen zukommen zu lassen.“

An dieser Stelle heben Manstein und Schell den besonderen Dank an die Mitarbeitenden der Wärmestube hervor. “Gerade sie haben in dieser schwierigen Zeit mit großem Einsatz den Betrieb der Wärmestube nicht nur aufrecht gehalten, sondern durch kreative Lösungen alle entstandenen Probleme und vorgegeben Beschränkungen mehr als kompensiert. Dass sie bei alldem auch noch die baulichen Einschränkungen mitgetragen haben, verdient unsere besondere Hochachtung“.

Dass diese gefundenen, kreativen Lösungswege auch mit zusätzlichen finanziellen Belastungen verbunden waren, wurde vom Trägerverein bewusst in Kauf genommen, da der Verein gerade auch in schwierigen Zeiten immer wieder auf die besondere Unterstützung seiner Förderinnen und Förderer bauen konnte. Manstein ergänzt hierzu aus Sicht des Trägers: „Und so sind wir auch zuversichtlich, dass wir die zusätzlichen auch finanziellen Belastungen, die die Corona Pandemie und unsere daraus folgenden Maßnahmen mit sich gebracht haben, gemeinsam schultern werden und dann gemeinsam im Winter 25 Jahre Wärmestube und 25 Jahre Unterstützung der Wärmestube feiern können.“